Das Rennen ist offen – entschieden wird am 16. August 2026
Die FDP Wil nimmt die Einschätzung der Wiler Zeitung zum zweiten Wahlgang um das Stadtpräsidium zur Kenntnis. Dass Andreas Breitenmoser im ersten Wahlgang mehr Stimmen als Jigme Shitsetsang gemacht hat, steht ausser Frage. Die Schlussfolgerung, das Rennen sei deshalb praktisch entschieden, greift aus unserer Sicht jedoch zu kurz. "Der erste Wahlgang hat einen Vorsprung geschaffen. Der zweite Wahlgang entscheidet, wer Stadtpräsident wird."
Im ersten Wahlgang standen mehrere Kandidaten zur Auswahl. Nun treten nur noch zwei Persönlichkeiten an. Die Stimmen von Mike Sarbach und Lukas Reimann können nicht automatisch dem einen oder anderen Kandidaten zugerechnet werden. Die entsprechenden Wählerinnen und Wähler entscheiden am 16. August 2026 neu. Gerade deshalb ist die Annahme, die Stimmen von Mike Sarbach würden eher geschlossen in Richtung des Mitte-Kandidaten wandern, eine journalistische Interpretation – keine Tatsache.
Die Wiler Zeitung begründet ihre Prognose zudem unter anderem damit, dass es Jigme Shitsetsang seit dem ersten Wahlgang nicht gelungen sei, neue Akzente zu setzen. Eine solche Beurteilung müsste jedoch für beide Kandidaten gelten: Welche Akzente hat auch Andreas Breitenmoser seit dem ersten Wahlgang gesetzt? Und welche politischen Entwicklungen könnten das Wahlverhalten zusätzlich beeinflussen? So ist etwa das Referendum gegen den Gasnetzstilllegungsfonds mit über 2000 gültigen Stimmen zustande gekommen. Dies zeigt, dass zwischen den beiden Wahlgängen durchaus politische Mobilisierung stattgefunden hat, die bei einer Prognose zum Wahlverhalten nicht einfach ausgeblendet werden kann.
Jetzt geht es darum, welcher Persönlichkeit die Stimmbevölkerung mehr Führungsstärke zutraut und wer bereit ist, die verschiedenen Herausforderungen der Stadt Wil engagiert anzupacken. Die FDP Wil ist überzeugt, dass Jigme Shitsetsang mit seiner Persönlichkeit, seiner Führungsstärke, seinen Vorstellungen und seiner Erfahrung über Parteigrenzen hinweg überzeugen kann. Hinzu kommt die voraussichtlich tiefere Wahlbeteiligung. Damit wird entscheidend sein, wer seine bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützer mobilisiert und darüber hinaus Menschen überzeugt, die im ersten Wahlgang anders oder gar nicht gewählt haben.
Eine Wahl wird nicht durch eine Prognose entschieden, höchstens beeinflusst. Sie wird von den Menschen entschieden, die ihre Stimme abgeben.
Die FDP Wil ist überzeugt: Das Rennen ist offen.