Hitzeschutz an Wiler Schulen: Aussitzen ist keine Lösung

Wie heiss wird es in Wiler Schulzimmern – und wie steht es um die Luftqualität? Die FDP Wil kritisiert, dass der Stadtrat darauf keine ausreichenden Antworten liefert. Sie fordert systematische Messungen von Temperatur und CO₂, einen priorisierten Massnahmenplan und eine ergebnisoffene Prüfung von Kühl- und Lüftungslösungen. Dazu bereitet sie einen politischen Vorstoss vor.

Die FDP Wil ist mit der Antwort des Stadtrats zu den Raumtemperaturen in den Wiler Schulen unzufrieden. Sie lässt weder Willen noch Priorität erkennen – und keinen Ansatz, wie eine solide Datengrundlage geschaffen werden soll. Ohne systematische Messungen bleibt offen, welche Schulzimmer wie lange überhitzt sind und wo zuerst gehandelt werden muss.

Hitze und schlechte Luft hängen zusammen. Wer die Wärme draussen halten will, lässt die Fenster zu; wer trotzdem lüftet, holt an heissen Tagen warme Luft herein. Lüften löst die Überhitzung nicht, geschlossene Fenster verschärfen aber die CO₂-Problematik in den Schulräumen. Diese ist bereits gross: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellte in einer Messreihe in 100 Schulzimmern fest, dass in rund zwei Dritteln der fenstergelüfteten Zimmer der CO₂-Wert während mehr als 10 Prozent der Unterrichtszeit über dem inakzeptablen Grenzwert von 2000 ppm lag. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Wiler Schulen besser dastehen.

Fragwürdig ist der pauschale Entscheid des Stadtrats, die Schulhäuser an die Fernwärme anzuschliessen und Kühlsysteme damit von vornherein auszuschliessen. Hier wird über die Köpfe von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen hinweg entschieden; das Problem der Überhitzung wird den Menschen vor Ort überlassen. Schulhäuser dürfen nicht dazu dienen, den Ertrag der Fernwärme aufzubessern – ohne Rücksicht auf jene, die darin lernen und arbeiten.

Auch der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) verlangt in seinem Positionspapier standardisierte Messungen und Sanierungen bei Grenzwertüberschreitungen. Als Schwelle für den regulären Unterricht schlägt er 26 °C vor.

Hitzeschutz ist, ob man will oder nicht, mit Investitionen verbunden. Nichtstun ist aber nicht gratis: Es belastet Unterricht und Gesundheit und führt später zu teureren Nachbesserungen unter Zeitdruck. Gegenüber Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen ist das unfair. Die FDP Wil fordert deshalb:

Messung von Temperatur und CO₂ in möglichst allen Schulzimmern, mit direkter Anzeige für die Lehrpersonen;

eine zentrale Auswertung nach Schulhaus und Raum als Datengrundlage;

einen Massnahmenplan mit Prioritäten, Zuständigkeiten, Zeitplan und Kosten;

eine ergebnisoffene Prüfung von Kühl- und Lüftungslösungen statt eines pauschalen Ausschlusses.

Nach der Hitzeperiode ist vor der Hitzeperiode. Die Antworten auf diese Fragen dürfen nicht weiter vor sich hergeschoben werden. Die FDP Wil arbeitet deshalb an einem Vorstoss, der das Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) und den Stadtrat zu systematischem Handeln auffordert – und dazu, die «pauschale Fernwärmelösung» zu überdenken oder ihre Folgen für die Schulräume nachvollziehbar zu begründen.