In seiner Antwort auf die Interpellation zur Wohnungsnot hielt der Stadtrat fest, dass in Wil keine eigentliche Wohnungsnot bestehe. Gleichzeitig wird immer wieder darauf hingewiesen, dass gerade sozial benachteiligte Personen und Familien Schwierigkeiten haben, eine geeignete Wohnung zu finden.
Für mich ist klar, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen Unterstützung erhalten sollen. Dabei soll die Zusammenarbeit mit privaten Eigentümern und Vermietern im Vordergrund stehen. Zusätzliche staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt oder eine Ausweitung des gemeinnützigen Wohnungsbaus sollen aus bürgerlicher Sicht erst dann geprüft werden, wenn ein nachgewiesener Bedarf besteht und marktwirtschaftliche Lösungen nicht ausreichen.
Ich bitte den Stadtrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:
- Wie viele Haushalte werden aktuell von den Sozialen Diensten bei der Wohnungssuche unterstützt?
- Wie lange dauert es durchschnittlich, bis eine geeignete Wohnung vermittelt werden kann?
- Fehlt es aus Sicht des Stadtrats tatsächlich an geeignetem Wohnraum für sozial benachteiligte Personen? Oder betreffen die Schwierigkeiten vor allem bestimmte Wohnungssegmente oder die Abläufe bei der Vermittlung?
- Welche Erfahrungen macht die Stadt mit privaten Vermietern und institutionellen Eigentümern, wenn es um die Vermietung an Sozialhilfebeziehende oder Personen mit tiefem Einkommen geht?
- Was erschwert aus Sicht des Stadtrats die Vermietung an diese Personen? Gibt es rechtliche, finanzielle oder administrative Hindernisse?
- Was unternimmt die Stadt, um private Vermieter zu unterstützen und Vorbehalte gegenüber Mietverhältnissen mit sozial benachteiligten Personen abzubauen?
- Wie beurteilt der Stadtrat seine damalige Aussage, dass in Wil keine eigentliche Wohnungsnot bestehe, angesichts der heutigen Situation? Sieht er darin einen
Widerspruch? - Sieht der Stadtrat das Potenzial, gemeinsam mit Wohnbaugenossenschaften, privaten Investoren und Grundeigentümern zusätzlichen preisgünstigen Wohnraum zu schaffen? Falls ja: Welche konkreten Massnahmen und Projekte verfolgt er, ohne den
Wohnungsmarkt zusätzlich zu regulieren?
Danke für die Beantwortung der Fragen.
Link zur Anfrage